Zyklusphasen: So kannst du sie erkennen
Die Zyklusphasen, hier zu sehen auf einer Grafik

Zyklusphasen: So kannst du sie erkennen

Hast du dich schonmal mit den verschiedenen Zyklusphasen beschäftigt? Vielleicht kennst du die verschiedenen Phasen in deinem Zyklus schon ein wenig, aber du bist dir nicht so ganz sicher? Egal, ob du natürlich verhüten möchtest oder einen Kinderwunsch hast: Es ist wichtig, dass du deinen eigenen Zyklus verstehst und die verschiedenen Phasen kennst. Ich erkläre dir, wie das Ganze funktioniert und welche Hormone dahinterstecken.

Die erste Zyklusphase: die Periode

Der Zyklus beginnt immer mit dem ersten Tag der Periode. Damit ist der Tag gemeint, an dem du tatsächlich anfängst, gewohnt stark zu bluten. Manche von uns haben Schmierblutungen, bevor ihre Periode einsetzt. Diese Tage zählen noch zum vorangegangenen Zyklus. Während der gesamten Periode verlierst du wahrscheinlich zwischen 60 und 80 Millilitern Blut.

Die Zyklusphase vor dem Eisprung

Mit Beginn des Zyklus reifen unter dem Einfluss des Steuerhormons FSH mehrere Eibläschen mit den darin liegenden Eizellen heran. Dabei platzt nur das am weitesten entwickelte Eibläschen und gibt seine Eizelle frei, während die anderen zugrunde gehen.

In der Wand der wachsenden Eibläschen wird ein Hormon gebildet: das Östrogen. Je größer die Eibläschen in dieser Zyklusphase werden, desto mehr Östrogen wird gebildet und in die Blutbahn abgegeben. Das heißt, je näher der Eisprung rückt, umso höher steigt der Östrogenspiegel in deinem Blut. Dieser über eine längere Zeit stark erhöhte Östrogenspiegel ist das entscheidende Signal für die Hirnanhangdrüse, nun vermehrt das Hormon LH auszuschütten: Das wiederum löst den Eisprung aus – ein wichtiger Zeitpunkt in deinem Zyklus.

Auf dem Weg zum Eisprung: das Hormon Östrogen

Welche Rolle spielt das Hormon Östrogen in deinem Zyklus? Das in der Blutbahn kreisende Östrogen zeigt im Wesentlichen zwei Wirkungen auf die Gebärmutter:

  1. Die Gebärmutterschleimhaut, die zu Beginn des Zyklus bei der vorausgegangenen Periodenblutung abgestoßen wurde, wird wieder neu aufgebaut.
  2. Je mehr Östrogen die Eibläschen produzieren, desto mehr verändert sich dein Zervixschleim. Er verflüssigt sich und nimmt an Menge erheblich zu.

Der Zervixschleim fließt nun an den Vaginawänden entlang zum Vaginaeingang hinunter. Hier kannst du ihn äußerlich wahrnehmen. Er signalisiert dir, dass im Eierstock ein Eisprung vorbereitet wird.

Die Zyklusphase nach dem Eisprung

Nach dem Eisprung fällt das Eibläschen zusammen und wandelt sich in eine Drüse um, die wegen ihrer Farbe Gelbkörper genannt wird. Der Gelbkörper bildet zusätzlich zum Östrogen das Hormon Progesteron.

Progesteron – das Hormon der zweiten Zyklushälfte und der letzten Zyklusphase

Das Hormon Progesteron hat im Zyklus unter anderem folgende Wirkungen: Es bereitet die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung der befruchteten Eizelle vor.

Dein Zervixschleim wird zähflüssig, weniger und dichtet wieder wie ein Pfropf den Gebärmutterhalskanal ab. Er rinnt nicht mehr die Vagina hinunter und du kannst ihn deswegen auch nicht mehr am Vaginaeingang wahrnehmen.

Die Körpertemperatur steigt um wenige Zehntel Grad Celsius an und bleibt bis zum Ende des Zyklus erhöht (Temperaturhochlage). Diese Temperaturhochlage zeigt an, dass nun die fruchtbare Zeit zu Ende ist und bis zum Ende des Zyklus kein Eisprung mehr stattfinden kann.

Wenn keine Befruchtung stattgefunden hat, zerfällt der Gelbkörper 12 bis 16 Tage nach dem Eisprung und die Produktion von Progesteron und Östrogen geht zurück. Das hat zur Folge, dass die Temperatur wieder absinkt (Temperaturtieflage) und dein Körper die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut bei der nächsten Menstruationsblutung abstößt. Ein neuer Zyklus beginnt.

Hast du Fragen oder möchtest du deinen Zyklus genauer kennenlernen und verstehen? Dann nimm gerne Kontakt zu mir auf.

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