Notfallverhütung
Wenn das Kondom reißt, muss Notfallverhütung gefunden werden

Mit NFP weißt du, an welchen Tagen in deinem Zyklus du schwanger werden kannst. Falls bei dir kein Kinderwunsch besteht, solltest du an diesen Tagen zusätzlich verhüten, wenn du Sex haben möchtest. Ob du nun auf das Kondom setzt, das Diaphragma benutzt oder auf das Femidom zurückgreifst: Theoretisch können diese Verhütungsmittel versagen oder bei falscher Anwendung zu einer Verhütungspanne führen. Dann steht man vor der Frage, ob man zu einer Notfallverhütung greifen soll.

NFP als Hilfe bei Verhütungspannen

Sollte an deinen fruchtbaren Tagen die zusätzliche Verhütung wie zum Beispiel das Kondom versagt haben, kann dir ein Blick auf deinen Zyklus bei den weiteren Schritten helfen. Wenn du auf keinen Fall schwanger werden möchtest, gibt es verschiedene Vorgehensweisen, je nachdem wo du im Zyklus genau stehst:

Notfallverhütung, wenn du noch keinen Eisprung hattest:

Dann kannst du dir die “Pille danach” rezeptfrei in der Apotheke holen. Dabei gibt es auf dem deutschen Markt zwei zugelassene Wirkstoffe: Ulipristalacetat (ellaOne®) und Levonorgestrel (Pidana®). Während du Levonorgestrel bis zu drei Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr nehmen kannst, ist die Einnahme von Ulipristalacetat bis zu fünf Tage danach möglich.

Notfallverhütung, wenn du dank NFP weißt, dass du noch keinen Eisprung hattest, aber weißt, dass du kurz davor bist:

Du kannst dir ebenfalls die “Pille danach” in der Apotheke holen. Allerdings sollte es in diesem Fall die Pille mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat sein, denn sie wirkt im Gegensatz zu der Pille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel noch bis ganz kurz vor dem Eisprung. Genauer gesagt: Levonorgestrel verschiebt den Anstieg des Luteinisierenden Hormons (LH), der zum Eisprung führt. Daher muss es vor Beginn des Anstiegs genommen werden. Ulipristalacetat hingegen kann sogar den bereits angestiegenen LH-Spiegel wieder senken und somit den Eisprung noch kurzfristig verhindern bzw. nach hinten verschieben. 

Notfallverhütung, wenn du deinen Eisprung schon hattest:

In diesem Fall wirkt die “Pille danach” nicht mehr, egal welchen Wirkstoff du einnimmst. Wenn du aber dennoch nicht riskieren möchtest, schwanger zu werden, bleibt dir die “(Kupfer-)Spirale danach” oder “Kupferkette danach”. Diese können dir bis zu fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr von Gynäkolog:innen eingesetzt werden. Die Kupferionen sorgen in deiner Gebärmutter für ein Absterben der Spermien und verändern die Schleimhaut so, dass sich eine bereits befruchtete Eizelle nicht einnisten kann. Vor dem Einsetzen muss allerdings geschaut werden, ob deine Gebärmutter bestimmte Kriterien erfüllt. Im Gegensatz zur “Pille danach” sind die Kupferkette und Kupferspirale deutlich kostenintensiver. Sie können allerdings auch als Verhütungsmittel bis zu fünf Jahre im Körper verbleiben, wenn du dies denn möchtest und keine Beschwerden hast. Andernfalls müssen die Kette oder die Spirale nach der nächsten Periode wieder entnommen werden. Einen weiteren Beitrag dazu, findet ihr außerdem hier:

Wenn du mehr über deinen Zyklus lernen möchtest, schau dir gerne weitere Blogbeiträge von uns an oder nimm Kontakt zu uns auf.

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